12 Artikel
Diese Seite soll anhand von 12 aussagekräftigen Artikeln einen Überblick über die Presseberichterstattung vermitteln.
Hierbei kommen Medien unterschiedlichster politischer Couleur zu Wort: Veröffentlichungen von FAZ bis taz, von MZ bis SZ.
Eines haben sie gemeinsam: das Unverständnis über die Diskrepanz zwischen der Eskalation des Einsatzes und der Zurückhaltung in der Informationspolitik.
FAS (FAZ am Sonntag), 26. Juli 2009, Teil 2 (PDF)
FAS (FAZ am Sonntag), 26. Juli 2009, Teil 1 (PDF)
Eine Aufarbeitung der gesamten traurigen Geschichte.
FAZ 25. Juli 2009
Der erste größere Artikel der FAZ (dem "Zentralorgan des deutschen Bürgertums").
Es werden viele kritische Fragen gestellt: "Warum etwa war am Abend des 30. April die Wohnung in einem aufgeräumten Zustand, wenn dort doch ein heftiger Kampf zwischen Tennessee und seinem Mitbewohner stattgefunden haben soll? Warum waren die Wände unversehrt, in die Tennessee im Wahn eingestochen haben soll? Warum gab es keinen Psychologen bei dem Polizeieinsatz? Wieso wurde Tennessee mehrere Male von hinten getroffen?"
Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2009 (Kommentar)
Ein kritischer Kommentar der Süddeutschen Zeitung zum Thema Notwehr und Verschleierungstaktik.
Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2009
Kernaussagen:
"Sieben Schüsse von hinten."
"Als 'ungewöhnlich' wertet der Anwalt auch den Umgang mit den beiden Beamten. Im Zwischenbericht der zuständigen Amberger Kripo, datiert auf den 4. Mai, heißt es, dass die Ermittler an diese Beamten 'noch nicht herangetreten' seien."
"Mittlerweile sind sie wieder im Dienst. 'Die Kollegen arbeiten schon seit geraumer Zeit wieder an ihren Dienststellen im Regensburger Stadtgebiet', bestätigte Michael Rebele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz."
Mittelbayerische Zeitung, 21. Juli 2009
Kernaussagen:
"Knapp drei Monate, nachdem der Regensburger Student durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe starb, steht aber fest, dass der 24-Jährige weder Drogen noch Alkohol im Blut hatte."
"Die Schüsse auf den sich abwendenden Eisenberg würden in dem Gutachten 'wie eine Art Turnübung' erklärt, sagte [Anwalt] von Kitzell."
"Im LKA-Gutachten gab es nun die Bestätigung, dass Pfefferspray im Einsatz war. Spuren davon wurden auf Kleidungsstücken von Eisenberg gefunden, nicht aber in seinem Gesicht."
Mittelbayerische Zeitung, 17. Juli 2009
Die MZ berichtet von Informationsdefiziten, vorschnellen Nothilfe-Hypothesen und einem verständnislosen Innenminister:
"An allen anderen Stellen von Justiz und Polizei herrscht Schweigen. Absolutes Schweigen. Journalisten aus ganz Deutschland haben sich am Fall Eisenberg die Zähne ausgebissen. Nur wenige Details sind durchgesickert. Ruckdäschel selbst preschte am Tag nach dem Polizeieinsatz vor und sagte, dass 'momentan alles für eine Nothilfe-Situation der Beamten vor Ort' spräche. Danach begann der Medienrummel. Innenminister Joachim Herrmann reagierte: 'Die Art und Weise, in der der Polizeieinsatz eskalierte, ist für mich immer noch nicht begreifbar.' Herrmann gelobte 'volle Aufklärung', und Ruckdäschel bekräftigte: 'Wir vertuschen nichts.' Dennoch stand der Regensburger Oberstaatsanwalt bald im Fokus der Kritik.
"Ruckdäschel, ein als bodenständiger Oberpfälzer bekannter Jurist, der ansonsten das offene Wort mit Journalisten pflegte, beantwortete die tagtäglichen Anfragen von Medienvertretern bald nur noch kurz und knapp: 'Zum laufenden Verfahren kein Kommentar.' Durch die dicken Mauern des Landgerichts drang nichts mehr. Selbst die Anwälte der Familie Eisenberg, die in Absprache mit den Angehörigen ansonsten eine ruhige, bedachte Strategie verfolgten, gingen in die Offensive: 'Man könnte auf den Gedanken kommen, dass da was erlahmen soll.' "
Der Spiegel, 14. Juli 2009
Der erste längere Spiegel-Artikel. Er berichtet von einem eventuell folgenschweren Fehler Tennessee Eisenbergs:
"Eisenberg aber soll sie ausgelacht haben: 'Ja, dann schießt doch!'"
"Obschon der Trupp auch mit Schlagstöcken und Pfefferspray ausgerüstet war, gaben die Polizeihauptmeister Christian M., 33, und Klaus B., 40, insgesamt 16 Schüsse auf den schmächtigen Eisenberg ab."
die tageszeitung, 17. Juni 2009
Zusammenfassung des Falles im ersten größeren taz-Artikel.
Mittelbayerische Zeitung 18. Mai 2009
Einer der frühen Artikel, der unter dem Eindruck der vorverurteilenden ersten Pressemitteilungen steht:
"Der Pfefferspray- und der Schlagstockeinsatz führten nicht zur Lösung des Konflikts. Der Musikstudent griff die Polizisten weiter an – vermutlich für kurze Zeit auch dann noch, als er von einem Schuss ins Herz getroffen wurde. [sic!]"
Mittelbayerische Zeitung, 12. Mai 2009
Der leitende Oberstaatsanwalt Ruckdäschel traut sich früh eine Bewertung des Falles zu:
"'Wir untersuchen nur, ob eine Notwehrsituation vorliegt', sagte Günther Ruckdäschel. Nach Lage der Dinge sehe es momentan nach dieser Notwehr- bzw. Nothilfesituation aus, die Tötung sei demnach gerechtfertigt. Insofern könne man den zwei Polizisten, die die Schüsse, darunter einen Streifschuss, abgegeben hätten, keine Vorwürfe machen. Für eine Anklage gegen die Beamten fehle die Basis."
Süddeutsche Zeitung, 30. April 2009
"Der Mann hat die Polizeibeamten wohl mit einem großen Messer angegriffen", erklärte der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel.
Wie es dann genau zu den Schüssen kam, war zunächst noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Leiche an, um zu klären, ob der Mann einmal oder mehrfach von Kugeln aus Dienstwaffen getroffen wurde.
Frankfurter Rundschau, 12. August 2003, S. 7
Ein leider immer noch brandaktueller Artikel, der die strukturellen Probleme bei der justiziellen Aufarbeitung von Todesschüssen beschreibt.
Der Autor, Dr. Rolf Gössner, ist u.a. Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, stellvertretender Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen und Mitherausgeber des Grundrechte-Reports.
Er wurde 2008 mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet.
Eine umfangreiche Übersicht über die Presseberichterstattung gibt es unter www.tennessee-eisenberg.de/presse.
Hierbei kommen Medien unterschiedlichster politischer Couleur zu Wort: Veröffentlichungen von FAZ bis taz, von MZ bis SZ.
Eines haben sie gemeinsam: das Unverständnis über die Diskrepanz zwischen der Eskalation des Einsatzes und der Zurückhaltung in der Informationspolitik.
FAS (FAZ am Sonntag), 26. Juli 2009, Teil 2 (PDF)
FAS (FAZ am Sonntag), 26. Juli 2009, Teil 1 (PDF)
Eine Aufarbeitung der gesamten traurigen Geschichte.
FAZ 25. Juli 2009
Der erste größere Artikel der FAZ (dem "Zentralorgan des deutschen Bürgertums").
Es werden viele kritische Fragen gestellt: "Warum etwa war am Abend des 30. April die Wohnung in einem aufgeräumten Zustand, wenn dort doch ein heftiger Kampf zwischen Tennessee und seinem Mitbewohner stattgefunden haben soll? Warum waren die Wände unversehrt, in die Tennessee im Wahn eingestochen haben soll? Warum gab es keinen Psychologen bei dem Polizeieinsatz? Wieso wurde Tennessee mehrere Male von hinten getroffen?"
Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2009 (Kommentar)
Ein kritischer Kommentar der Süddeutschen Zeitung zum Thema Notwehr und Verschleierungstaktik.
Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2009
Kernaussagen:
"Sieben Schüsse von hinten."
"Als 'ungewöhnlich' wertet der Anwalt auch den Umgang mit den beiden Beamten. Im Zwischenbericht der zuständigen Amberger Kripo, datiert auf den 4. Mai, heißt es, dass die Ermittler an diese Beamten 'noch nicht herangetreten' seien."
"Mittlerweile sind sie wieder im Dienst. 'Die Kollegen arbeiten schon seit geraumer Zeit wieder an ihren Dienststellen im Regensburger Stadtgebiet', bestätigte Michael Rebele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz."
Mittelbayerische Zeitung, 21. Juli 2009
Kernaussagen:
"Knapp drei Monate, nachdem der Regensburger Student durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe starb, steht aber fest, dass der 24-Jährige weder Drogen noch Alkohol im Blut hatte."
"Die Schüsse auf den sich abwendenden Eisenberg würden in dem Gutachten 'wie eine Art Turnübung' erklärt, sagte [Anwalt] von Kitzell."
"Im LKA-Gutachten gab es nun die Bestätigung, dass Pfefferspray im Einsatz war. Spuren davon wurden auf Kleidungsstücken von Eisenberg gefunden, nicht aber in seinem Gesicht."
Mittelbayerische Zeitung, 17. Juli 2009
Die MZ berichtet von Informationsdefiziten, vorschnellen Nothilfe-Hypothesen und einem verständnislosen Innenminister:
"An allen anderen Stellen von Justiz und Polizei herrscht Schweigen. Absolutes Schweigen. Journalisten aus ganz Deutschland haben sich am Fall Eisenberg die Zähne ausgebissen. Nur wenige Details sind durchgesickert. Ruckdäschel selbst preschte am Tag nach dem Polizeieinsatz vor und sagte, dass 'momentan alles für eine Nothilfe-Situation der Beamten vor Ort' spräche. Danach begann der Medienrummel. Innenminister Joachim Herrmann reagierte: 'Die Art und Weise, in der der Polizeieinsatz eskalierte, ist für mich immer noch nicht begreifbar.' Herrmann gelobte 'volle Aufklärung', und Ruckdäschel bekräftigte: 'Wir vertuschen nichts.' Dennoch stand der Regensburger Oberstaatsanwalt bald im Fokus der Kritik.
"Ruckdäschel, ein als bodenständiger Oberpfälzer bekannter Jurist, der ansonsten das offene Wort mit Journalisten pflegte, beantwortete die tagtäglichen Anfragen von Medienvertretern bald nur noch kurz und knapp: 'Zum laufenden Verfahren kein Kommentar.' Durch die dicken Mauern des Landgerichts drang nichts mehr. Selbst die Anwälte der Familie Eisenberg, die in Absprache mit den Angehörigen ansonsten eine ruhige, bedachte Strategie verfolgten, gingen in die Offensive: 'Man könnte auf den Gedanken kommen, dass da was erlahmen soll.' "
Der Spiegel, 14. Juli 2009
Der erste längere Spiegel-Artikel. Er berichtet von einem eventuell folgenschweren Fehler Tennessee Eisenbergs:
"Eisenberg aber soll sie ausgelacht haben: 'Ja, dann schießt doch!'"
"Obschon der Trupp auch mit Schlagstöcken und Pfefferspray ausgerüstet war, gaben die Polizeihauptmeister Christian M., 33, und Klaus B., 40, insgesamt 16 Schüsse auf den schmächtigen Eisenberg ab."
die tageszeitung, 17. Juni 2009
Zusammenfassung des Falles im ersten größeren taz-Artikel.
Mittelbayerische Zeitung 18. Mai 2009
Einer der frühen Artikel, der unter dem Eindruck der vorverurteilenden ersten Pressemitteilungen steht:
"Der Pfefferspray- und der Schlagstockeinsatz führten nicht zur Lösung des Konflikts. Der Musikstudent griff die Polizisten weiter an – vermutlich für kurze Zeit auch dann noch, als er von einem Schuss ins Herz getroffen wurde. [sic!]"
Mittelbayerische Zeitung, 12. Mai 2009
Der leitende Oberstaatsanwalt Ruckdäschel traut sich früh eine Bewertung des Falles zu:
"'Wir untersuchen nur, ob eine Notwehrsituation vorliegt', sagte Günther Ruckdäschel. Nach Lage der Dinge sehe es momentan nach dieser Notwehr- bzw. Nothilfesituation aus, die Tötung sei demnach gerechtfertigt. Insofern könne man den zwei Polizisten, die die Schüsse, darunter einen Streifschuss, abgegeben hätten, keine Vorwürfe machen. Für eine Anklage gegen die Beamten fehle die Basis."
Süddeutsche Zeitung, 30. April 2009
"Der Mann hat die Polizeibeamten wohl mit einem großen Messer angegriffen", erklärte der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel.
Wie es dann genau zu den Schüssen kam, war zunächst noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Leiche an, um zu klären, ob der Mann einmal oder mehrfach von Kugeln aus Dienstwaffen getroffen wurde.
Frankfurter Rundschau, 12. August 2003, S. 7
Ein leider immer noch brandaktueller Artikel, der die strukturellen Probleme bei der justiziellen Aufarbeitung von Todesschüssen beschreibt.
Der Autor, Dr. Rolf Gössner, ist u.a. Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, stellvertretender Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen und Mitherausgeber des Grundrechte-Reports.
Er wurde 2008 mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet.
Eine umfangreiche Übersicht über die Presseberichterstattung gibt es unter www.tennessee-eisenberg.de/presse.